Schmerztherapie

      Schmerz – Lernen – Gedächtnis -> die Sache mit dem Schmerz ist ungeahnt komplex!

 

Schmerztherapie ist sehr viel mehr, als einem Hund nur mit Schmerzmitteln eine Entzündung zu lindern. Es ist ein ganzheitliches, medizinisches Ereignis, welches sowohl den Hund, als auch den Besitzer betrifft. Um den passenden Schlüssel zur Schmerz Kariere zu finden, braucht es Fingerspitzengefühl und das Wissen darüber, wie die Chronifizierung von Schmerzen entsteht.

 

                               Was versteht man unter einem Schmerzgedächtnis?

 

Das zentrale Nervensystem kann mit Schmerzimpulsen reagieren, obwohl gar keine Schmerzen mehr bestehen. Warum? Zunächst hat ein akuter Schmerz eine wertvolle Signalfunktion, um uns vor weiteren Schäden zu schützen. Alle Säugetiere reagieren sensorisch und emotional auf eine Schmerzgeschehen. Somit ist Schmerz ein unangenehmes, körperliches und seelisches Ereignis, worauf wir verhaltensspezifisch reagieren (Schonung, Rückzug usw.). Besteht ein Schmerz über längere Zeit (2-6 Monate) hinterlässt er in der Großhirnrinde eine Spur (Engramm). Diese Engramme, wir können sie mir eingravierten Pfaden vergleichen, bestimmen mit großer Gewichtung unsere Gehirnleistung und Reizweiterleitung, die unter dem Begriff Schmerzgedächtnis definiert werden. Um kein Schmerzgedächtnis zu fördern, sollte immer eine rasche Schmerzlinderung erfolgen!  

                   

 

                  Psychologische Konsequenz durch chronische Schmerzerfahrung

 

Häufig folgt eine Frustration durch gegebene Einschränkungen, verbunden mit Misserfolgen, dadurch entsteht eine veränderte Position und Wirkung im Familienverband (Gruppendynamik). Je nach Stellung des Hundes innerhalb der Familie, kann diese Veränderung großen Stress bedeuten. Nicht immer tut Schonung gut, manchmal braucht es aber genau das. Im Schmerzmanagement darf nicht nur die Schmerzbehandlung Beachtung finden, sondern es braucht auch die Beachtung der bio-psycho-sozialen Faktoren, um endogenen Stress zu verhindern, der den Stoffwechsel verändert und wiederum zu neuen Baustellen führen kann. Bei sensiblen Hunden führen anhaltende Schmerzen häufig zu einer Angst vor dem Schmerz, der in Folge auf seelischer Ebene traumatisierend sein kann und so schneller und dramatischer zu einem Schmerzgedächtnis führt. Das gleiche gilt für bereits im Vorfeld traumatisierte Hunde.

 

            Eine mögliche Bedeutung von Schmerz in der Psychosomatik

 

Bei Sporthunden oder Hunden, die ein extremes Auslastung Angebot bekommen, kann als Folge ein Überforderungs- und Belastungssyndrom des Stoffwechsels und des Bewegungsapparates entstehen. Es entsteht eine Konditionierung der Schmerzen für Ruhephasen -> nur wenn ich mich so zeige, bekomme ich Ruhe und die gewünschte Zuwendung. Immer wieder bekomme ich von Besitzern berichtet, dass ihre Hunde vor Prüfungen mit unterschiedlichen Symptomen auffällig werden (Durchfall, Erbrechen, Rückzug oder Unruhe). Auch das gehört in diese Kategorie.

 

 

 

Ein chronisches Schmerzgeschehen geht immer auf mehrere Ursachen zurück. Neben den klassischen schulmedizinischen Schmerzmitteln, gibt es alternative Schmerztherapien die individuell kombiniert werden können. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern und das allgemein Befinden und die Lebensqualität zu verbessern.

 

Es können folgende Anwendungen helfen…

  • Verhaltenstherapie
  • Ganzheitliches Ernährungskonzept
  • Aromatherapie
  • Phytotherapie
  • Homöopathie
  • Orthomolekulare Medizin