Silvesterangst

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Viele Hunde leiden an Silvester unter großer Angst, haben Stress, sind unruhig, hecheln und zittern. Manche Hunde wollen aus lauter Angst nicht nach draußen gehen. Kennen Sie das von Ihrem Hund?

Welche Ursache kann das haben?

Einige Rassen sind was die Geräuschempfindlichkeit betrifft genetisch bedingt stärker betroffen als andere. Beispielsweise Hütehundrassen wie der Australien Shepard und die Collies. Prinzipiell kann aber jeder Hund eine Phobie/Angst entwickeln. Daher ist es bereits für Welpen sehr wichtig, verschiedene Geräusche wohldosiert kennenzulernen – Staubsauger, Küchengeräte, vorbei fahrende Lastwagen, Bus und Bahn, hallende Geräusche in Unterführungen, Knallgeräusche. Auch beim erwachsenen Hund kann dies noch trainiert werden.

 

 

Woran erkenne ich, dass mein Hund Angst hat?

Das emotionale Befinden Ihres Hundes können Sie anhand seiner Körpersprache erkennen.

  • Zurückgezogene Ohren und angespannte zurückgezogene Gesichtsmuskulatur.
  • Geduckte, kriechende Körperhaltung, eingeklemmter Schwanz.
  • Versteinertes Stehen oder Liegenbleiben, fixierender Blick, wenig ansprechbar, Zittern, Hecheln.
  • Angespannte, verkrampfte Körperhaltung, auch im Liegen.
  • Panikartiges in die Leinerennen (Flucht) oder sich Vergraben wollen.

 

Was kann ich tun – mein Hund hat Angst?!

  • Ruhe vermitteln – die innere Haltung des Besitzers ist enorm wichtig. Ihr Hund deutet anhand Ihrer Stimmung, wie groß die Gefahr wirklich ist. Leiden Sie mit ihrem Hund, sind Sie unsicher und ratlos, bestärkt das Ihren Hund – jaaa, hier scheint was ganz schlimm zu sein. Das Gleiche gilt, wenn Sie Ihren Hund durch Zuwendung in Form von Zureden und Streicheln trösten wollen, oft nützt das wenig und verstärkt die Angst des Hundes. Warum? Weil Ihr Hund die Worte nicht versteht, sich nur am Klang Ihrer Stimme orientiert und die ist oft gleich, wie wenn Sie sagen…. brav…. gut gemacht.
  • Souverän da sein – lassen Sie Ihren Hund nicht alleine, sondern geben Sie ihm die Möglichkeit bei Ihnen zu sein. Beschäftigen Sie sich mit etwas anderem, beispielsweise ein Buch lesen, gemütlich essen, was auch immer für Sie passt. So vermitteln Sie Ihrem Hund – es gibt keinen Grund, sondern es ist alles ok.
  • Verkriecht sich Ihr Hund bei Angst, dann bieten Sie ihm an Silvester die Möglichkeit dazu. Manchen Hunden hilft es, sich ganz nah bei Menschen unter eine Decke zu verkriechen. Oder stellen Sie eine Box, einen Karton ins Zimmer. Ausgestattet mit einem gemütlichen Kissen und zusätzlich abgehängt mit einer Decke, bietet es eine Schutzhöhle für Ihren Hund.
  • Gehen Sie an Silvester am besten früh morgens ausgiebig spazieren. Beschränken Sie sich später am Tag auf kurze Spaziergänge, wenn in ihrer Umgebung bereits die ersten Böller ertönen. Oder, fahren Sie mit dem Auto in ein ruhiges Gebiet  um spazieren zu gehen.
  • Neigt Ihr Hund zur Flucht – lassen Sie ihn bitte angeleint! In Panik versetzt verliert auch ein Hund die Orientierung.
  • Ganz wichtig! Verwenden Sie ein Halsband und ein Brustgeschirr aus welchem der Hund nicht rausschlüpfen kann, sondern bei Panikattacken gut gesichert ist.
  • Lasten Sie Ihren Hund schon Tage zuvor geistig und körperlich aus – Laufen, Rennen, Toben, Suchspiele, Tricks ausführen lassen oder neue Kunststücke einstudieren.
  • Kauen baut Stress ab – Kauknochen und Knappersachen oder einen gefüllten Futterkong beschäftigen Ihren Hund und lenken ihn ab.
  • Für den Abend – Fenster, Rolladen, Jalousien schließen, um Geräusche und Lichteffekte zu minimieren.
  • Geräusche übertönen – Fernseher oder Radio in angemessener Lautstärke einschalten, zwischendurch -> Entspannungsmusik laufen lassen (am besten auch schon Tage zuvor).
  • Möchten Sie Silvester knallfrei mit Ihrem Hund verbringen? Hier finden Sie Adressen…..

http://www.hunde-urlaub.net/silvester-mit-hund/knallfreie-haeuser/

http://blog.travel4dogs.de/2011/11/07/silvester-mit-hund-feuerwerkfreie-ferienhauser/

http://blog.mein-ferienhaus-in.de/tierreisen-silvester-ohne-knallerei-feiern.html

 

Kann ich meinen Hund mit Medikamenten unterstützen?

Ja, die Möglichkeit gibt es. Ich rate Ihnen spätestens 3-4 Wochen vorher, Kontakt mit einem Tierheilpraktiker oder Tierarzt Ihres Vertrauens aufzunehmen.

 

Aus naturheilkundlicher Sicht empfehle ich gerne verschieden Therapieformen zu kombinieren. Homöopathie, Aromatherapie (Duftöle), Phytotherapie (Heilpflanzen), Entspannungsmassagen (Tellington Touch), klassische Musik. Mit dem Einsatz sollte spätestens 3 Wochen vorher begonnen werden.

Manchen Hunden hilft zusätzlich das Thunder Shirt. Das enganliegende Shirt  mit leichtem Druck, vermittelt dem Hund ein Gefühl von “Gehaltensein“  so kann er besser mit seiner Angst umgehen.

 

Aus tierärztlicher Sicht ist folgendes zu beachten.

Vorsicht mit Beruhigungsmitteln wie Vetranquil, das den Wirkstoff Azepromazin enthält. Sie lassen den Hund äußerlich ruhig erscheinen, im Innern nimmt der Hund jedoch das Gleiche war. Irritiert von dem ungewohnt-hilflosen Zustand kann sich die Geräuschempfindlichkeit zusätzlich steigern. Vorsicht geboten ist auch bei Valium, Diazepam Präparaten. Der Wirkstoff Benzodiazepin kann, wenn die Dosierung nicht stimmt, Hunde panisch, aggressiv oder hysterisch werden lassen!

 

Daher ein warnender Rat! Kaufen Sie keine Beruhigungsmittel auf eigene Faust, lassen Sie die Finger von freiverkäuflichen Präparaten und holen Sie sich Beratung bei einem  Tierheilpraktiker/in oder Tierarzt/in mit der Zusatzbezeichnung “Verhaltenstherapie“ ein.

 

Gerne stehe ich Ihnen und Ihrem Hund beratend zur Seite.

 

Und zum Schluss……

Ist ihr Hund generell ängstlich, geräuschempfindlich und schreckhaft?  Soll das so bleiben?

Oder wie wäre es, wenn das angstvolle Verhalten Ihres Hundes durch die richtige Führung in Verbindung mit Spiel und Spaß verbessert wird?

Ich empfehle Ihnen, bestärken Sie nicht länger die Angst und das Meideverhalten Ihres Hundes, sondern lernen Sie gemeinsam mit Ihrem Hund, wie Sie schwierige, angstvolle Situationen meistern können, damit das kommende Jahr fröhlicher wird. Auch diesbezüglich berate ich Sie gerne.

 

So, nun wünsche ich Ihnen und Ihrem Hund gute Vorbereitung, schöne entspannte Festtage und vor allen Dingen GUTES GELINGEN ;-).

 

Herzlichst,

Sonja Maier

Autor: Sonja Maier

info@blickwechsel-hundegesundheit.de

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